Veranstaltungen und Ausstellungen

Liebe Geschichtsfreundinen und -freunde,

nach einer längeren Unterbrechung freuen wir uns, Ihnen nun wieder das ersehnte Geschichtsprogramm vorlegen zu können. Es wird wie gewohnt ein breites thematisches Angebot geben, von stadtgeschichtlichen Themen über archäologische Exkursionen bis hin zu Vorträgen im Jüdischen Museum und der Staufergesellschaft.

Während wir im vergangenen Jahr auf das 500jährige Jubiläum des Bauernkriegs mit einer überaus erfolgreichen und gut besuchten Vortragsreihe geblickt haben, jährt sich dieses Jahr die Ankunft der Vertriebenen aus den Ostgebieten zum 80. Mal. Das Jahr 1946 stellt ein Epochenjahr für den demographischen Wandel in Stadt und Landkreis Göppingen dar. Neben der erneuten Vorführung des Films „Kaugummi und Buchele“ zu den Nachkriegsjahren, wird es Vorträge samt einer Lesung von Kreisarchivar Dr. Stefan Lang geben.

Darüber hinaus wird im Museum im Storchen ab Ende März die Sonderausstellung „Göppingen in der Welt – Die Welt in Göppingen. Stadtgeschichte global gesehen“ eröffnet werden. Dabei soll auf einen Vortrag im Begleitprogramm zu dieser Ausstellung verwiesen werden, der sich mit Herrscherbesuchen in Göppingen und dem Filstal beschäftigt.

Wir freuen uns, Sie bei diesen und unseren anderen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Ihre Geschichtsarbeiter



05.03.2026 - Vortrag von Dr. Stefan Lang

Vortrag: STERNGespräche

im Jüdischen Museum“, 19:00 Uhr

„Die nagenden Würmer“. Traditionen der Judenfeindschaft und ihre Hintergründe in Württemberg vom 15. – 20. Jahrhundert Jüdisches Museum Jebenhausen Spätestens seit der Ausweisungsbestimmung im Testament Graf Eberhards im Bart (1492) blieb das Herzogtum Württemberg jüdischen Menschen als Siedlungsgebiet weitgehend verschlossen. Die einflussreichen Landstände und ab der Reformation die lutherische Landeskirche dienten über Jahrhunderte als Garanten dieses Zustands. Erst durch die Gründung des Königreichs Württemberg 1806 musste man sich mit einer größeren Zahl jüdischer Untertanen auseinandersetzen, deren Stellung bis zur völligen Gleichberechtigung 1864 oft heftig umstritten war. Der Vortrag beleuchtet die Entstehung, Motive und Strukturen der Judenfeindschaft in Württemberg, die sich von den klassischen Stereotypen des Mittelalters bis zur Ausformung eines vermeintlich „rassisch“ begründbaren Antisemitismus entwickelte.



07.03.2026 - Exkursion von Dr. Reinhard Rademacher

Exkursion: Die Burg Leimberg auf dem Unteren Leimberg – längst verfallen und vergessen

Zwischen Bad Ditzenbach und Auendorf zieht der 746 m hohe Untere Leimberg spornartig nach Nordosten in das Harteltal. An seiner Spitze liegt die Ruine der um 1180 erstmals urkundlich erwähnten Burg Leimberg. Vermutlich wurde sie vom Gosbacher Ortsadel, den Herren von Leimberg, im Verlauf des 12. Jahrhundert errichtet. Eine Urkunde des Kaisers Ludwig IV. „Der Bayer“ nennt 1336 einen „vesten Mann Friedrichen von Laymberg“. Bereits 1533 befindet sich die abgegangene Burg im Besitz Württembergs., 13:00 Uhr

Treffpunkt Parkplatz bei der Hardtmühle (von Auendorf kommend rechts, noch vor dem Mühlenareal) zwischen Auendorf und Bad Ditzenbach Voraussetzung: Festes Schuhwerk und Wind-/Regenjacke



21.03.2026 - Exkursion von Dr. Reinhard Rademacher

Exkursion: Rom am Albtrauf: die Ditzenbacher Steige und das Kleinkastell Schonterhöhe

Treffpunkt: Wanderparkplatz Schonterhöhe, 13:00 Uhr

Zunächst begehen wir den oberen Trassenabschnitt der historischen Ditzenbacher Steige, die im Bereich der Schonterhöhe die Albhochfläche erreicht. Hier konnte erst vor kurzem auch eine römische Straßentrasse nachgewiesen werden. Nicht weit entfernt liegt ein römisches Kleinkastell aus der Zeit um 100 n. Chr., als die Grenze des Imperiums für mehrere Jahrzehnte entlang des Albtraufs verlief. Die Anlage wurde 2019 im Rahmen eines gemeinschaftlichen Forschungsprojekts der Kreisarchäologie Göppingen, des Landesamts für Denkmalpflege und der Universität Freiburg erstmals archäologisch untersucht. Anschließend führt uns der Weg zum Oberbergfels, in dessen unmittelbarem Umfeld im gleichen Jahr auch die Spuren einer kleinen, zeitlich noch nicht genau zu bestimmenden Wehranlage entdeckt wurden. Voraussetzung: Festes Schuhwerk und Wind-/Regenjacke, abschließend besteht die Möglichkeit einer Einkehr in Berneck, Gasthaus Ruine Berneck



14.04.2026 - Mitgliederversammlung von Gesellschaft für staufische Geschichte

Mitgliederversammlung: 19.00 Uhr

Stadthalle Göppingen, Märklinsaal, 18:00 Uhr

Vortrag Aus dem Staub ans Licht. Neuigkeiten zu Kaiser Friedrich II. aus einer stark beschädigten Handschrift Dr. Katharina Gutermuth Im Anschluss an die Mitgliederversammlung lädt die Gesellschaft für staufische Geschichte zu einem Vortrag von Dr. Katharina Gutermuth ein. Es ist nicht gerade ungewöhnlich, dass beispielsweise im Zuge von Neuordnungen oder Digitalisierungen von Beständen in Archiven und Bibliotheken verloren gegangene, unbekannte oder falsch eingeschätzte Urkunden und Handschriften (wieder) entdeckt werden. Katharina Gutermuth hat eine solche Briefsammlung wiederentdeckt: es handelt sich dabei um eine Handschrift mit über 90 Briefen, vornehmlich Kaiser Friedrichs II., die dem Überlieferungskontext der Petrus de Vinea Briefsammlungen entstammen. Der Vortrag wird über die Entdeckung der Handschrift, deren Bearbeitung sowohl in editorischer als auch technischer Hinsicht sowie den Inhalt der Sammlung sprechen, in der sich – so viel sei verraten – doch einiges Unerwartetes und Überraschendes findet.



21.04.2026 - Filmvorführung von

Filmvorführung: GAV Göppingen/Kreisarchiv Göppingen/Gerhard Stahl

Gemeindehaus der ev. Stadtkirchengemeinde Oberhofen, 19:00 Uhr

Nach dem Kriegsende und dem Zusammenbruch des „Dritten Reichs“ stellen sich im Frühsommer 1945 viele Menschen die Frage nach der Zukunft. Auch im amerikanisch besetzten Landkreis Göppingen lebt man zunächst eher von Tag zu Tag und versucht, irgendwie über die Runden zu kommen – und sei es durch „Hamstern“ und „Organisieren“. Hinzu kommt innerhalb kurzer Zeit ein Bevölkerungszuwachs von rund 30 Prozent durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten. Hunger, Wohnraummangel und materielle Not bestimmen für zahlreiche Familien den Alltag, gleichzeitig muss die jüngste Vergangenheit verarbeitet werden. Zur Rekonstruktion und Dokumentation dieser intensiven und häufig prägenden Jahre wurden vom Kreisarchiv Göppingen Interviews mit 38 Zeitzeugen aus dem Kreisgebiet geführt und durch historische sowie aktuelle Filmaufnahmen ergänzt. Die Gespräche zeigen dabei anschaulich und persönlich die vielseitigen Begegnungen und Beziehungen zwischen Einheimischen, Neubürgern und amerikanischen Besatzern.



23.04.2026 - Vortrag von Jüdisches Museum Jebenhausen

Vortrag: STERNGespräche

im Jüdischen Museum“, 19:00 Uhr

Bilder-Vortrag zu Motiven aus Tora, jüdischer Literatur und Biografien  Marlies Glaser Die Künstlerin aus Attenweiler in Oberschwaben hat sich mit ihrer Kunst vom Judentum inspirieren lassen. Werke zu Janusz Korczak, zu Symbolen jüdischer Feiertage in Verbindung mit der Liebeslyrik von Else Lasker-Schüler gehören genauso zu ihrem reichen Repertoire wie ihre Bilder über deutschsprachige jüdische Emigranten und Überlebende und deren Kinder in Israel in Verbindung mit Baum- Metaphern. Sie stellte ihre Werke in Deutschland, Frankreich, Holland, Schweden, Dänemark, Israel und USA aus. In ihrem Vortrag gibt sie Einblick in ihr Schaffen und schlägt die Brücke zu ihrem neuen Konzept, inspiriert von mittelalterlichen hebräischen Handschriften und zum Thema „Liebe“ das Leitthema des diesjährigen Europäischen Tags der Jüdischen Kultur.



07.05.2026 - Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber

Vortrag: Ein Hauch von Weltpolitik in der Stadt – Kaiser, Königinnen und gekrönte Häupter zu Gast in Göppingen

Museum im Storchen, 19:00 Uhr

Obwohl Göppingen nie Pfalzort oder Reichsstadt war, durfte es verhältnismäßig häufig gekrönte Häupter innerhalb seiner Mauern begrüßen. Während das mittelalterliche Herrschergeschlecht der Staufer, das seinen Stammsitz hoch über Göppingen auf dem Hohenstaufen hatte, eng mit der Stadtgeschichte verbunden ist, gerieten andere Monarchen, die Göppingen in großer Zahl über die Jahrhunderte beehrten, in den Hintergrund. Neben der vormodernen mobilen Herrschaftspraxis aus dem Sattel heraus, war es speziell die verkehrsgünstige Lage, die prominente Kaiser, Königinnen und andere hochrangige Herrscherpersönlichkeiten durch Göppingen und das Filstal führten. Ihre – wenn auch meist nur kurze – Anwesenheit brachte einen Hauch von Weltpolitik in die Stadt.



12.05.2026 - Vortrag von Dr. Stefan Lang

Vortrag: 1946 – Ein Jahr der Herausforderungen im Landkreis Göppingen

Museum im Storchen, 19:00 Uhr

Wenige Jahre in der Geschichte des Landkreises Göppingen waren so ereignisreich und herausfordernd wie 1946. In diesem Jahr kamen in großen Transportzügen zehntausende „Flüchtlinge“ und Heimatvertriebene aus ehemals deutschen Ostgebieten in Göppingen an und mussten auf die Kreisgemeinden umverteilt werden, was für die Orte jeweils einen Bevölkerungszuwachs von 20 bis 30 Prozent bedeutete. Niemals zuvor und danach war die Kreisbevölkerung innerhalb eines Jahres so schnell angestiegen. Dies bedeutete immense Herausforderungen für die lokalen Verwaltungen, die unter strenger Kontrolle der amerikanischen Militärbehörden standen. Es mangelte vor allem an Wohnraum, Kleidung und Lebensmitteln. Der Schwarzmarkt blühte, „Hamsterfahrten“, Tauschgeschäfte und „Organisieren“ standen auf der Tagesordnung. Zeitgleich hatte die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit begonnen, unter anderem mit der „Entnazifizierung“ durch die Spruchkammerverfahren oder die „Nürnberger Prozesse“. Und trotz aller Schwierigkeiten begannen viele Menschen nach zwölf Jahren NS-Diktatur die neue Freiheit wertzuschätzen und neue Einflüsse aufzunehmen.



21.05.2026 - Vortrag von Jüdisches Museum Jebenhausen

Vortrag: STERNGespräche

im Jüdischen Museum“, 19:00 Uhr

Tora Lernen - Wege zum Verständnis von Gott und Welt Pfarrer Markus Herb Die Tora – im engeren Sinn sind es die 5 Bücher Mose – wird im Judentum nach einem festen Leserhythmus einmal im Jahr von Beginn bis zum Ende gelesen. Die Wochenabschnitte inspirieren zu Diskussionen über „Gott und die Welt“. Die jüdische Bibelauslegung ist ein Gespräch durch die Jahrhunderte mit ganz unterschiedlichen Positionen. Dieses Gespräch lädt zu vielfältigen Entdeckungen ein, zum Verständnis anderer Meinungen und zur eigenen Meinungsbildung. Der Glaube wird dabei geerdet. Pfarrer Markus Herb zeigt an einem Wochenabschnitt, wie auch Christen sich von der Tora inspirieren lassen können.



Ausstellungen

Städtisches Museum Göppingen im Storchen
Wühlestraße 36
Di bis Sa 13–17 Uhr, So und Feiertag 11–17 Uhr

Ab März: Göppingen in der Welt – Die Welt in Göppingen. Stadtgeschichte global gesehen

 

Städtisches Naturkundliches Museum Göppingen
in der Alten Badherberge Jebenhausen
Boller Straße 102

Aufgrund anstehender Sanierungsmaßnahmen hat das Museum bis auf Weiteres geschlossen.

 

Jüdisches Museum Göppingen
in der Alten Kirche Jebenhausen
Boller Straße 82
Mi und Sa 13-17 Uhr, So und Feiertag 11-17 Uhr
Dauerausstellung: Juden in Jebenhausen und Göppingen

 

Ausstellung "Die Staufer" am Hohenstaufen
Dokumentationsraum für staufische Geschichte, Göppingen-Hohenstaufen
Kaiserbergsteige 22

Bis 14. März: Sa und So von 10-12 und 13-17 Uhr
Ab 15. März Di - So 10-12 und 13-17 Uhr