Veranstaltungen und Ausstellungen
Liebe Geschichtsfreundinen und -freunde,
nach einer längeren Unterbrechung freuen wir uns, Ihnen nun wieder das ersehnte Geschichtsprogramm vorlegen zu können. Es wird wie gewohnt ein breites thematisches Angebot geben, von stadtgeschichtlichen Themen über archäologische Exkursionen bis hin zu Vorträgen im Jüdischen Museum und der Staufergesellschaft.
Während wir im vergangenen Jahr auf das 500jährige Jubiläum des Bauernkriegs mit einer überaus erfolgreichen und gut besuchten Vortragsreihe geblickt haben, jährt sich dieses Jahr die Ankunft der Vertriebenen aus den Ostgebieten zum 80. Mal. Das Jahr 1946 stellt ein Epochenjahr für den demographischen Wandel in Stadt und Landkreis Göppingen dar. Neben der erneuten Vorführung des Films „Kaugummi und Buchele“ zu den Nachkriegsjahren, wird es Vorträge samt einer Lesung von Kreisarchivar Dr. Stefan Lang geben.
Darüber hinaus wird im Museum im Storchen ab Ende März die Sonderausstellung „Göppingen in der Welt – Die Welt in Göppingen. Stadtgeschichte global gesehen“ eröffnet werden. Dabei soll auf einen Vortrag im Begleitprogramm zu dieser Ausstellung verwiesen werden, der sich mit Herrscherbesuchen in Göppingen und dem Filstal beschäftigt.
Wir freuen uns, Sie bei diesen und unseren anderen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.
Ihre Geschichtsarbeiter
16.06.2026 - Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber
Vortrag: Mit der Lizenz zum Töten – Göppinger Kriegsunternehmer und Söldner auf den internationalen Gewaltmärkten der Frühen Neuzeit
Museum im Storchen, 19:00 Uhr
Kooperation von Archiv und Museen und dem GAV. Die Epoche zwischen 1500 und 1800 war geprägt von Kriegen. Dabei standen sich die Mächte der Zeit nicht nur in Europa auf dem Schlachtfeld gegenüber, sondern auch auf den Weltmeeren und auf fremden Kontinenten. Der Bedarf an Kombattanten war dementsprechend hoch und angesichts des Fehlens einer allgemeinen Wehrpflicht mussten in der Vormoderne für vergleichsweise gute Bezahlung Soldaten angeworben werden. Auch Göppinger zogen damals gegen bare Münze in den Krieg. Während der Großteil von ihnen als einfache Söldner ihr Auskommen suchten, stiegen andere zu erfolgreichen Kriegsunternehmern auf, die mitunter internationale Karrieren machten. Erwähnt sei hier etwa die Familie von Degenfeld, die in schwedischen, niederländischen, venezianischen und preußischen Diensten stand.
23.06.2026 - Vortrag mit Lesung von Kristina Schmid-Richter und Oskar Gulden
Vortrag mit Lesung: Arzt aus Berufung, Poet im Herzen – Eine dankbare Erinnerung an meinen Vater Dr. Helmuth Richter
Museum im Storchen, 19:00 Uhr
Kooperation von Archiv und Museen und dem GAV. Dr. med. Helmuth Richter wurde 1892 im niederschlesischen Breslau geboren. Nach seinem Medizinstudium und der Promotion 1913 in Berlin war er Arzt in Görlitz und während des 2. Weltkriegs bis 1944 aktiver Militärarzt. 1930 hatte er als Expeditionsarzt an der internationalen Himalaya-Expedition von Prof. Günter Dyhrenfurth teilgenommen. Dr. Richter ließ sich nach 1945 in Göppingen nieder und führte in der Poststraße als erfolgreicher und in der Bevölkerung geschätzter Facharzt eine Praxis für Kinderkrankheiten. Weiten Kreisen war Helmuth Richter jedoch als „Schlesischer Dichter-Arzt" bekannt. Er hatte sich seit seiner Jugend der Lyrik verschrieben. Der „Ewige Garten" erschien bereits 1925 in Schweidnitz, sein bekanntester Gedichtband „Das Jahr der Liebe" dann 1951 im Stuttgarter Brentano Verlag. Mit Carl Hauptmann, Hermann Hesse, Albert Schweizer und anderen Schriftstellern verband ihn eine enge Brieffreundschaft. Sein Nachlass, darunter Bücher, Gedichte, Briefe und Erinnerungen, wird von seiner Tochter Kristina Schmid-Richter verwaltet.
01.07.2026 - Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber
Vortrag: Göppingen und Amerika – Eine transatlantische Verflechtungsgeschichte
Museum im Storchen, 19:00 Uhr
Kooperation von Archiv und Museen und dem GAV. Am 4. Juli feiern die Vereinigten Staaten von Amerika ihren 250. Geburtstag, denn am 4. Juli 1776 erklärten die bis dato 13 britischen Kolonien ihre Unabhängigkeit vom englischen Mutterland – die Geburtsstunde der USA. Anlässlich dieses Jubiläums lohnt ein Blick auf die Verbindungen zwischen der Göppinger Stadtgeschichte und der US-Historie. Speziell im 19. Jahrhundert wurden die Vereinigten Staaten als Land der unbegrenzten Möglichkeiten betrachtet und stellten damit für zahlreiche Auswanderer aus Stadt und Oberamt Göppingen das bevorzugte Ziel dar, um dort ein neues und besseres Leben zu beginnen. Aber auch politisch Verfolgten boten die USA einen sicheren Exilort. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs traten die USA dann als Befreier und Besatzer im Filstal in Erscheinung. Die Amerikaner brachten ihre Kultur mit und prägten so auch das Göppingen der Nachkriegszeit.
03.08.2026 - Exkursion von Margit Haas
Exkursion: Rechberghausen – Lebendige Gemeinde mit viel Geschichte und Tradition
Rechberghausen, vor dem Rathaus (Amtsgasse 4), 18:00 Uhr
Anmeldung erforderlich unter mh@margit-haas.de. Das einzig erhaltene Stadttor des Landkreises, eine belebte Mühle, eine grüne Mitte, viel Gemeinsinn und ein reiches kulturelles Leben – Rechberghausen kann sich sehen lassen! Margit Haas lädt zu einem Spaziergang durch die lange Geschichte der Schurwaldgemeinde ein, erzählt aber auch „Gschichtle" und blickt auf die Moderne.
13.08.2026 - Führung von Margit Haas
Führung: Die Mauch'sche Villa in Göppingen
Mauch'sche Villa, Hohenstaufenstraße 2, Göppingen, 18:00 Uhr
Anmeldung erforderlich unter mh@margit-haas.de. Apotheken sind eine Selbstverständlichkeit. Im 16. Jahrhundert gab es in Württemberg gerade zwei Städte mit Apotheken – Stuttgart und Tübingen. Auf Anordnung von Herzog Christoph wurden weitere eröffnet – eine davon in Göppingen. Jerg Mergenthaler begründete eine Apotheker-Dynastie, zu der die spätere Mauch'sche Apotheke gehörte. In der Mauch'schen Villa, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde, lässt Margit Haas die Apothekengeschichte bis in die Gegenwart lebendig werden. Das Cateringteam des Vereins „Mauch'sche Villa Haus Wilhelm" lädt anschließend zu einem kleinen Imbiss ein. Für den Imbiss wird ein Unkostenbeitrag von 13 Euro erhoben.
08.09.2026 - Vortrag von Tilmann Marstaller und Dr. Reinhard Rademacher
Vortrag: Geschichtsreich und wertlos? Das Armenhaus in Bad Boll – Zur Baugeschichte eines verlorenen Kulturguts
Bad Boll, Evangelisches Gemeindehaus, Heckenweg 13, 19:00 Uhr
Kooperation von GAV, Verein Klinge hoch drei Bad Boll, Kreisarchäologie. Das Bad Boller Armenhaus war in den vergangenen Jahren bis zu seinem Abbruch 2025 Gegenstand einer bemerkenswerten innerörtlichen Auseinandersetzung mit Kulturgut der sozialen Unterschicht. Von der Denkmalpflege nicht als Bau- und Kunstdenkmal eingestuft, von der Gemeinde als Ort einer Parkraumerweiterung auserkoren, rührte sich in der örtlichen Bevölkerung Widerspruch gegen den geplanten Abbruch dieses Seldnerhauses aus dem frühen 19. Jahrhundert. Um eine bessere Grundlage zur kulturhistorischen Einordnung des Gebäudes und zugleich die Grundlage für ein Konzept für dessen Sanierung und Nutzung zu schaffen, wurde in Absprache mit der Gemeinde eine bauhistorische Untersuchung vorgenommen. Sie führte zu außergewöhnlichen Überraschungen, aber nicht zum erhofften Erhalt. Denselben Effekt hatte die archäologische Untersuchung von Teilen des Baugrunds, welche die ersten Spuren einer frühmittelalterlichen Siedlung im Dorf Boll hervorbrachte. Reiche und einmalige Kulturgeschichte und doch ohne Wert? Wie gehen wir künftig mit derartigen Geschichtszeugnissen um?
15.09.2026 - Führung von Margit Haas, Edith Strassacker und Dekan Hartmut Zweigle
Führung: „Predigt an der Kirchentür" – Das Portal der Stadtkirche Göppingen
Portal der Stadtkirche Göppingen, 18:00 Uhr
Anmeldung erbeten unter mh@margit-haas.de. Kunstvoll und aufwändig gestaltete Portale wie das der Göppinger Stadtkirche sind eine „Predigt an der Kirchentür". Der Göppinger Künstler Kurt Grabert entwarf es, in der Süßener Kunstgießerei Strassacker wurde es gegossen. Lassen Sie sich mit Edith Strassacker, Dekan Hartmut Zweigle und Margit Haas auf dieses ganz besondere Kunstwerk ein.
16.09.2026 - Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber
Vortrag: Schwierige Tote – Zum Umgang mit Selbstmördern, Fremden und Außenseitern im vormodernen Göppingen
Museum im Storchen, 19:00 Uhr
Kooperation von Archiv und Museen und dem GAV. Dass im Tode alle Menschen gleich sind, traf für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit nur bedingt zu. Zwar wurde auch damals jede bzw. jeder früher oder später vom Tode ereilt, aber die Art und Weise wie mit dem Leichnam umgegangen wurde, konnte stark variieren und war vom jeweiligen Stand und sozialen Status der Verstorbenen abhängig. Besonders deutlich wurde dies bei Toten, die von den zeitgenössischen Normen abwichen. Personen, die im Leben außerhalb der ständisch strukturierten Gesellschaft standen oder sich durch ihr Verhalten disqualifiziert hatten, wurden im Tode systematisch ausgegrenzt.
30.09.2026 - Vortrag von Dr. Dominik Gerd Sieber
Vortrag: Von Totenschilden, Grabsteinen und Epitaphien – Was Grabmonumente erzählen
Museum im Storchen, 19:00 Uhr
Kooperation von Archiv und Museen und dem GAV. Bis heute können zahlreiche historische Grabmonumente auf und in Göppingens Friedhöfen und Kirchengebäuden bestaunt werden. Dabei erzählen diese Memorialobjekte nicht nur spezifisch etwas über die jeweiligen Verstorbenen, für die sie einst gesetzt worden sind, sondern stellen darüber hinaus wertvolle kulturgeschichtliche Quellen für die Zeit dar, in der sie entstanden sind. Mitunter kunstvolle und komplexe Bild- und Inschriftenprogramme voll vielschichtigen Symbolgehalts geben Aufschluss über die damaligen Verhältnisse.
Ausstellungen
Städtisches Museum Göppingen im Storchen
Wühlestraße
36
Di bis Sa 13–17 Uhr, So und Feiertag 11–17 Uhr
Ab März: Göppingen in der Welt – Die Welt in Göppingen. Stadtgeschichte global gesehen
Städtisches Naturkundliches Museum Göppingen
in
der Alten Badherberge Jebenhausen
Boller Straße 102
Aufgrund anstehender Sanierungsmaßnahmen hat das Museum bis auf Weiteres geschlossen.
Jüdisches Museum Göppingen
in der Alten Kirche Jebenhausen
Boller Straße 82
Mi und Sa 13-17 Uhr, So und Feiertag 11-17 Uhr
Dauerausstellung: Juden in Jebenhausen und Göppingen
Ausstellung "Die Staufer" am Hohenstaufen
Dokumentationsraum
für staufische Geschichte, Göppingen-Hohenstaufen
Kaiserbergsteige 22
Bis 14. März: Sa und So von 10-12 und 13-17 Uhr
Ab 15. März Di -
So 10-12 und 13-17 Uhr
